Diese Website wird im Moment für eine interne Diskussion meiner Essays zu dem obigen Thema verwendet. Vielen Dank für ihr Interesse an meinem Projekt. Die folgenden einführenden Texte gehören zu meiner Diskussionsgrundlage. Schreiben Sie mir bitte, wenn Sie sich an der Diskussion dieser Themen beteiligen möchten.

Über uns enthält Informationen zu meinen persönlichen Hintergründen.

Einführende Texte

1. Eine evolutionstheoretische Betrachtung der Probleme unserer Zeit

Den Ausgangspunkt meines Konzepts bildet die Diagnose zweier impliziter, unbewusster Annahmen unseres Weltbildes als gemeinsame Wurzel der Probleme unserer Zeit:

  1. Der Glaube, dass wir auf der Erdoberfläche unbegrenzte, exponentielle ökonomische Wachstumsprozesse organisieren können.
  2. Der Glaube, dass wir die ersten irdischen Lebewesen sind, die sich nicht um ihre Umweltanpassung kümmern müssen.

Können die folgenden Krisen somit als Katastrophen unserer kulturellen Evolution interpretiert werden?

  1. Wirtschaftskrisen, Inflationen, Deflationen und Staatsbankrotte
  2. Massenwahn, Aufrüstung und Kriege
  3. Eine gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen
  4. Bevölkerungsexplosion, Hungerkatastrophen und Seuchen
  5. Energiekrisen und Rohstoffverschwendung
  6. Umweltverschmutzung und Treibhauseffekt
  7. Massiver Verlust von Biodiversität durch das Aussterben vieler rezenter Pflanzen- und Tierarten
  8. Fehlende politische Bildung und die Unfähigkeit unsere Nachkommen auf die Welt vorzubereiten, in der sie als Erwachsene leben werden.

Kann es sein, dass wir keine umfassenden, ganzheitlichen Lösungen für diese Probleme finden, weil mit unseren Gehirnen unbewusst und blind evolvieren? Sind wir „Zauberlehrlinge“, die scheitern, weil wir versuchen mit einem auf wenige Jahre begrenzten Zeithorizont ein in der Biosphäre langfristig technisch nicht realisierbares, unbegrenztes Wirtschaftswachstum zu organisieren? Jedes Jahr ein paar Prozent mehr bis an Ende aller Zeiten?

Können die obigen Probleme somit langfristig gelöst werden, wenn wir diese exponentielle Wachstumsprozesse beenden und bewusst Umweltanpassungs- und Gestaltungstrategien für unsere gegebene irdische Umwelt realisieren?

Ich finde es erstaunlich selbstverständlich, dass es bis heute kein für die Selbstwahrnehmung unserer kulturellen Evolution und damit u.a. auch für weiterführenden Fragen und Überlegungen in dieser Richtung kein explizit zuständiges Fachgebiet gibt.

Meine Diskussionsgrundlage enthält als evolutionstheoretische Betrachtung der Probleme unserer Zeit die folgenden Texte:

  1. Eine Beschreibung der beiden Denkfehler und ihrer sichtbaren Konsequenzen

2. Eine Tabelle, die als Zeilen die obigen Krisen und als Spalten die Ursachen enthält: das exponentielle Wachstum und die fehlende Umweltanpassung. Sie sollte eine systematische Diskussion der beiden „Denkfehler“ als gemeinsame Ursache der genannten Krisen ermöglichen.

3. Das sechsseitige Essay, „Eine evolutionstheoretische Interpretation der Probleme unserer Zeit“ das als Exkurs die Bedeutung der Denkfehler anhand einer provisorischen Zeichnung, einem Gedankenexperiment mit einer irdischen Großstadt und ihrem Umland demonstriert.

Kann meine Argumentation nachvollzogen werden, dass diese Probleme als Katastrophen unserer kulturellen Evolution interpretiert werden können?

2. Wie könnten wir mit unseren Gehirnen bewusst unsere kulturelle Evolution organisieren?

Sind unsere Gehirne nach der Geburt evolvierende, sich selbst organisierende Systeme, die analog funktionierende „makrokosmische“ polit-ökonomische Strukturen erfunden haben? Unsere Gehirne sind offenbar die für unsere individuelle und gemeinsame Umweltanpassung „zuständigen“ Organe. Ihre Veränderungen im Lauf unseres Lebens werden als Neuroplastizität bezeichnet. Wir erschaffen unsere „zivilisierte“ Umwelt mit Händen, die von unseren Gehirnen gesteuert werden. Wie können sie unsere geistige Evolution organisieren ohne selbst zu evolvieren?

Wie organisieren wir mit unseren individuellen Gehirnen gemeinsame, auf Sprache, Schrift und Medien basierenden Informationswelten und unser gemeinsames Handeln? Gibt es Analogien zwischen der Evolution und Selbstorganisation von Öko- und Wirtschaftssystemen?

Eine Google Suche mit den relativ verbreiteten Begriffen Neuroplastizität und „evolvierendes System“ brachte vor kurzen zwar eine positive KI Antwort, jedoch nur einen abseitigen Treffer. Gibt es schon zum ersten Teil dieser Frage keine bekannten deutschsprachigen Projekte oder Publikationen?

Bewusstes Evolvieren könnte durch das Ziel von arbeitsteiligen soziologischen Systemen definiert werden, gemeinsam mit ihrer Umwelt Ist-Zustände wahrzunehmen, sie durch koordiniertes Handeln zu stabilisieren oder andere, bessere Zielzustände anzustreben. Hierzu müssen wir, analog zu unseren Gehirnen verschiedenen Inhalte, Ebenen und Bereiche miteinander verbinden und eine effektive Zusammenarbeit organisieren.

Unser Körper und unser Gehirn organisieren als Zielzustand die Versorgung und das friedliche Zusammenleben unserer arbeitsteiligen Zellen und Organe. Er beendet zudem unser Wachstum, wenn wir die vorgegebene Größe erreicht haben und reagiert gezielt auf drohende Instabilitäten. Für Letzteres muss unser Gehirn unseren Körper und unsere Umwelt wahrnehmen und nach außen und innen z.B. mit Muskelbewegungen oder Blutdruckveränderungen reagieren.

Durch die kontinuierliche Wahrnehmung von Erfolgen, Misserfolgen und wichtiger Veränderungen in unserer Umwelt und in unseren Körper und durch unsere (Re) Aktionen entstehen Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleifen, die unser aktuell benötigtes Wissen, unsere Fähigkeiten die mit der Situation verbundenen Gefühle aktivieren. Wie können solche Schleifen bewusst wahrgenommen und organisiert werden? Das Essay „Gemeinsames bewusstes Evolvieren“ enthält hierzu einige Überlegungen.

Das fünfseitige Essay „Wie organisieren wir mit unseren Gehirnen unsere kulturelle Evolution?“ beschreibt als Exkurs die Analogien zwischen unserer individuellen und kulturellen Evolution, die sich daraus ergeben, dass wir Lebewesen sind, die beides mit ihren Gehirnen organisieren. Passt der von mir als Verbindung dieser Informationswelten vorgeschlagene Begriff der individuellen und gemeinsamen evolvierenden Rückkopplungsschleifen zum Stand der Hirnforschung?

3. Eine Plattform zur gemeinsamen Kombination, Erprobung und Einführung von Innovationen durch bewusstes Evolvieren

Die Entwicklung der Zukunftsvision einer bewusst evolvierenden, stabilen Weltgesellschaft wäre ein „Top down“ Projekt, da es einer globalen Betrachtung der Probleme unserer Zeit entstammt. Die Einführung von Basistechnologien und politischen, ökonomischen und sozialen Innovationen erfordert zudem jedoch komplementäre „Bottom up“ Strategien, die Modellprojekte initiieren, Kombinationen erfolgversprechender Teilsysteme erfinden, erproben und skalierbar machen.

Wenn unsere Gehirne individuell und in gemeinsamen Informationswelten evolvierende, sich selbst organisierende Systeme sind, sollte es möglich sein, unsere Umweltanpassung bewusst und gemeinsam langfristig nachhaltiger zu gestalten. Bewusstes Evolvieren könnte auf allen politischen Ebenen, von der Globalen abwärts bis in überschaubare Wohngebiete und Gemeinschaften praktiziert werden. Eine bewusst evolvierende Weltgesellschaft würde somit eine stabile Evolution ihrer Teilsysteme und dazu eine Potentialentfaltung unserer Fähigkeiten zur Anpassung an die irdische Biosphäre organisieren. Hierzu gehört auch die hirnanaloge Fähigkeit schnell und gezielt auf mögliche destabilisierende Prozesse zu reagieren.

Eine Plattform zur gemeinsamen Kombination, Erprobung und Einführung von Innovationen wäre ein Gemeinschaftsprojekt, das zuerst eine geeignete Gesprächs- und Entscheidungskultur etablieren sollte. Damit würde es seinen Mitgliedern eine gezielte Entfaltung ihrer geistigen Potentiale für eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung größerer Projekte ermöglichen. Zur Entwicklung dieser Plattform könnten Interessenten aus inhaltlich passenden Projekten und Institutionen in einem anfangs kleinen Forum zu einem Austausch eingeladen werden. Wie könnte eine solche Plattform initiiert werden?

4. Die Erhaltung der Schöpfung als religiöses Ziel einer Weltgesellschaft

Das Fehlen einer etablierten Forschung in diesem Bereich hat sicher auch damit zu tun, dass die Evolutionstheorie uns mit der Endlichkeit und Unsicherheit unserer individuellen und gemeinsamen Existenz konfrontiert. Hinzu kommen die Fragen nach dem Sinn unseres Lebens und den Zielen, die wir erreichen wollen. Die Erhaltung der göttlichen Schöpfung und ein friedliches Zusammenleben sind zudem auch interreligiöse Themen.

Eine stabile Weltgesellschaft sollte daher alle spirituellen Richtungen und Weisheitslehren integrieren, die zur Erhaltung der göttlichen Schöpfung beitragen wollen und die Gültigkeit der Menschenrechte und die Notwendigkeit einer stabile Existenz und Reproduktion aller verwendeten Technologien und Fähigkeiten in der Biosphäre akzeptieren.

Trotz der rational nicht beweisbaren Grundlagen ihres Glaubens können spirituelle Gruppen ihre Mitglieder durch Weisheitslehren oft besser motivieren, ihr Verhalten und ihre Lebensweise zu verändern als Wissenschaftler mit abstrakten, „rationalen“ Argumenten. Dies gilt z.B. für die notwendige Aufgabe eines konsumorientierten Lebens, das uns offenbar nicht glücklich, sondern eher krank macht, wie die schnell wachsenden Ausgaben unseres Gesundheitssystems u.a. für Depressionen und Essstörungen zeigen.

Glaube und Wissenschaft können zudem nicht sauber getrennt werden. Religionen können unbestreitbare Erkenntnisse nur begrenzte Zeit ignorieren. Wissenschaft basiert immer auf nicht beweisbaren Annahmen, die gelegentlich gründlich revidiert werden müssen, wie z.B. das geozentrische Weltbild. „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind“ bemerkte Einstein zu diesem Thema. Mein Konzept basiert auf dem Glauben an die formale Einheit und Begreifbarkeit der irdischen Evolution.

Die oben genannten Denkfehler, können nach meiner Ansicht als implizite Glaubenselemente unseres heutigen Weltbildes interpretiert werden, die wir durch besser angepasste ersetzen müssen. Das Essay „Ist die Aufklärung die herrschende Religion unseres Zeitalters“ beschreibt die Entstehung und die Konsequenzen der im ersten Abschnitt genannten impliziten Annahmen unseres der Aufklärung entstammenden Weltbildes. Das Motto der französischen Revolution Freiheit, Gleichheit und die angestrebte Herrschaft der Vernunft wurden offenbar verfehlt. Können wir die obigen impliziten Annahmen und das trotz aller historischen Erfahrungen wieder aktuelle Motto „Frieden schaffen mit immer mehr Waffen“ als mit religiösen Dogmen vergleichbare irrationale Elemente unseres Weltbildes interpretieren?

5. Abstracts zu weiteren Essays + wichtige Fragen

Die Leitidee einer bewusst evolvierenden, stabilen Weltgesellschaft

wird in diesem Essay als erdumspannendes Lebewesen mit unserem Nervensystem analoge Strukturen und Fähigkeiten beschrieben. Es sollte wichtige Errungenschaften der Aufklärung beibehalten und weiter entwickeln. Hierzu gehören die Menschenrechte, die Meinungs- und Religionsfreiheit und natürlich eine moderne, ( elektronische ) Demokratie. Ergänzend gäbe es ein Recht u.a. auf Lebensmittel, Wohnung und Bildung zur Entfaltung individueller und gemeinsamer Potentiale. Hierzu sollte das unserem Nervensystem analoge politische System einer Weltgesellschaft stärker dezentral organisiert werden als in unserem Körper. Eine zentrale Innovation bestünde darin, unterhalb der Kommunen Strukturen für eine basisdemokratische Verwaltung unserer Wohngebiete einzuführen.

Ökonomischen Zukunftsrisiken

 thematisiert die Möglichkeit einer mit 1929 vergleichbaren, verheerenden Wirtschaftskrise als absolute Grenze des Wachstums. Paul C. Martin hat in seinen Büchern viele fatale Wirtschaftskrisen unserer Geschichte beschrieben, die durch private und staatliche Schulden verursacht wurden, die exponentiell wuchsen und nicht mehr zurück gezahlt werden konnten. Diese nicht vermeidbaren ökonomische Grenzen Wachstums empfinde ich als besonders gefährlich. Unsere Reaktionen zur Bewältigung dieser globalen Krise werden entscheiden, welche Basistechnologien zukünftige Generationen als Grundlage ihrer materiellen Lebensqualität nutzen können.

Wichtige Fragen

1. Kann es sein, dass wir die naheliegende Annahme einfach ignorieren, dass wir Lebewesen sind, die mit ihren Gehirnen evolvieren?

2. Haben wir die Konsequenzen der sogenannten „Darwinsche Kränkung“ nicht begriffen bzw. verdrängt? Verhalten wir uns immer noch so als wäre die Biosphäre unser Eigentum, mit dem wir als Krone der Schöpfung ungestraft machen können was wir wollen?

3. Gibt es schwerwiegende Einwände und / oder emotionale Widerstände gegen diese Selbstwahrnehmung als Lebewesen, die mit ihren Gehirnen evolvieren?

4. Welche Rolle spielt dabei die von der Aufklärung mit ihrem mechanistischen Weltbild postulierte Berechenbarkeit der Welt?