Diese Liste umfasst nur die wichtigsten Bücher, die bei der Evolution meines Konzeptes eine größere Rolle spielten in alphabetischer Reihenfolge. Hinzu kommt vieles, das ich im Internet las und nicht mehr nachvollziehen kann. Mir ist bewusst, dass ich mich auf viele Schultern gestellt habe, um die hier skizzierte Sicht der irdischen Evolution zu entwickeln. Diese Bücher dieser in Relation zum dem Thema kurzen Liste stehen für die vielen Bereich, die in dem Konzept eine Rolle spielen. Diese Liste soll natürlich ergänzt werden. Ich freue mich über Literaturhinweise und kurze Erklärungen, warum sie zu dem Projekt passen.

Bardi, Ugo, Der Seneca Effekt
Dieses Buch zeigt die Bedeutung der Systemtheorie für die Grenzen des Wachstums allgemeinverständlich anhand vieler Beispiele. Unsere Gesellschaftssysteme, Technologien und letztlich die Biosphäre sind Systeme, die plötzlich kollabieren bzw. Ihren Zustand drastisch verändern können.


Blackmore, Susan, „ Die Macht der Meme“, Spektrum Verlag 2005
Susan Blackmores Buch zeigte mir den Stand der Forschung bzw. der Diskussion zum Thema Memetik. Wie bei Dawkins vermisse ich in der Diskussion dieses Begriffes jedoch eine klare Unterscheidung zwischen Geno- und Phänotyp und den Bezug zur Hirnforschung. Daher verwende ich stattdessen den Begriff des „neuronalen Gens“.


Club of Rome, „Die Grenzen des Wachstums“, Rowohlt 1978
Club of Rome:“ Die globale Revolution“, Spiegel Spezial 2/91

Das Buch des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ hat mich schon in meiner Schulzeit beeindruckt. Der Eindruck, dass wir trotz aller Forschung den geschilderten Problemen hilflos gegenüberstehen bildete ein zentrales Motiv meiner Forschung. Keine zwei Jahre, nachdem ich begann kontinuierlich an dem Projekt zu arbeiten erschien zudem die Aktualisierung „Die globale Revolution“.


Dawkins, Richard:“ Das egoistische Gen“, Springer, Berlin 1978
In diesem Buch von Dawkins fand ich erstmals die Idee, dass es den Genen analoge Informationseinheiten, Meme, geben könnte. Diese als egoistisch zu beschreiben erscheint mir jedoch bis heute als fremd. Ich vermisse in der Diskussion dieses Begriffes zudem die dringend notwendige klare Unterscheidung zwischen Geno- und Phänotyp.


Bresch, Carsten :“Zwischenstufe Leben“, Fischer 1979
Carsten Breschs Buch:“Zwischenstufe Leben“, bot eine chronologische Übersicht über die irdische Evolution und ihre Analogien auf den verschiedenen Stufen. Es gehört auch zu den wenigen Büchern, die einen evolutionstheoretischen Blick in die Zukunft warfen und mit dem Begriff des „Monon„ die Idee einer Weltgesellschaft enthielt.


Costa, Rebecca, „Kollaps oder Evolution“ Wilhey VCH Verlag.
Dies ist das Einzige Buch, das ich bisher fand, dass eine umfassende Anwen-dung der Evolutionstheorie auf die Probleme unseres Zeitalters anstrebt. Rebecca Costa unterscheidet zwar nicht zwischen der genetischen und unserer individuellen, erfahrungsbasierten Evolution unseres Gehirns. Sie beschreibt jedoch die wichtigsten emotionalen Widerstände gegen die Einführung effektiver Lösungen.


Duhm, Dieter, „Die Heilige Matrix“, Meiga Verlag 2010
Duhm, Dieter, Terra Nova: „Globale Revolution und Heilung der Liebe“, Meiga

Dieter Duhm steht in meinem Konzept sowohl für eines der ältesten und erfolgreichsten Ökodörfer, Tamera in Portugal, und als Autor für ein spirituelles und praktisches Konzept, Heilungsbiotope für die Biosphäre zu entwickeln und zu verbreiten. Tamera beeindruckte mich bei meinem Besuch durch die praktische Erprobung vieler Elemente, die bei der Lösung der Probleme eine Rolle spielen. Dies reicht von einfachen Basistechnologien über das alltägliche lebendige Zusammenleben, die weitgehend herrschaftsfreie, spirituelle Beziehung zur Natur bis hin zu dem internationalen Engagement zur Förderung befreundeter Projekte.


Eigen, Manfred :“Stufen zum Leben“, Piper, München 1987
Manfred Eigens Buch „Stufen zum Leben“ beschrieb mit dem Hyperzyklus wie die ersten Zellen biochemisch entstanden sein könnten. Ich hatte den Eindruck, dass sein abstraktes Evolutionsmodell auch auf unsere heutigen Gesellschaftssysteme angewandt werden könnte. Auf diesem Buch basieren die evolutionstheoretischen Grundlagen des Projektes.


Einstein, Albert, „Mein Weltbild“, Ullstein 2005
Albert Einstein beeindruckt mich weniger als Physiker, sondern als Wissenschaftstheoretiker und durch seine vielen einfachen Bemerkungen, die wichtige Inhalte kurz und prägnant zusammen fassten. z.B.:
„Wir machen alles so einfach wie möglich, nicht einfacher“.
„Religion ohne Wissenschaft ist blind, Wissenschaft ohne Religion ist lahm.“
„Die Sorge um den Menschen selbst und sein Schicksal muss stets das Hauptanliegen aller fachwissenschaftlichen Bestrebungen bilden…Das sollte man mitten unter seinen Diagrammen und Gleichungen nie vergessen.“


Hansch, Dietmar, „Sprung ins Wir“, Vandenhoeck & Ruprecht 2010
Dietmar Hansch thematisiert in diesem Buch die Notwendigkeit eines neuen Weltbilds der Sicht der systemischen Psychologie, bzw. der Psychosynergetik. Durch seine Verbindung mit der Synergetik ergibt sich die Frage, auf welchen mathematischen Modellen dieses neue Weltbild basieren könnte. Sein Buch enthält zudem viele Ideen, die zu meinem Konzept passen.


Hopkins, Rob, „Energiewende“, Zweitausendeins Verlag, 2008
Rob Hopkins Energiewende ist das erste Handbuch der Transition Town Bewe-gung und umfasst viele Ansätze und Konzepte die Probleme, vor allem den zu hohen Verbrauch fossiler Energie, auf der Wohngebietsebene anzugehen. Sein Konzept bildet heute den Ausgangspunkt für viele Projekte, weltweit, bis hin zur Ebene kleiner Städte.


Horkheimer, Max, Adorno Theodor W. , Dialektik der Aufklärung. Fischer 1988
Horkheimer und Adorno formulierten mit der „Dialektik der Aufklärung“ eine Kritik an den Grundlagen unseres heutigen, auf Selbst- und Naturbeherrschung basierenden Weltbildes, die bereits zu Abiturzeiten las. Sie wiesen bereits während des zweiten Weltkrieges auf die Probleme mit dem Begriff der Vernunft hin, die daraus entstanden, dass ihre Träger sie nutzen um ihre Interessengegensätze auszutragen. Wir sind bis heute unfähig , die Errungenschaften unserer Naturwissenschaften friedlich zur globalen Verbesserung unserer globalen Lebensqualität zu nutzen.


Hüther, Gerald, „Connectedness: Warum wir ein neues Weltbild brauchen“, Huber 2012
Hüther, Gerald, Was wir sind und was wir sein könnten, Fischer 2013

Gerald Hüther ist für mich, neben seinem Engagement für neue Formen des emo-tionalen Umgangs, auch theoretisch interessant, da er die Bedeutung unseres Gehirns als soziales Organ betont. Damit thematisiert er, dass unser Denken und unsere elementarsten Überzeugungen von der sozialen Umwelt bestimmt werden, in die wir zufällig hineingeboren wurden. Dies passt zu meiner Leitidee eines neuronalen Genoms. In Connectedness, weißt er zudem auf die Notwendigkeit eines neuen Weltbilds hin, dass angesichts der Grenzen des Wachstums die Ergebnisse der Hirnforschung reflektiert.

Kennedy, Margit:“ Geld ohne Zinsen und Inflation“, Goldmann, München 1991
Margret Kennedy wies mich in ihrem Buch „ Geld ohne Zinsen und Inflation“ bereits am Anfang meiner Arbeit an dem Projekt darauf hin, dass es auch nicht wachsende marktwirtschaftliche Wirtschaftssysteme geben kann und nannte historische Beispiele. Sie motivierte mich zudem, mich intensiver mit Permakultur zu befassen, einem Konzept u.a. für eine Landwirtschaft ohne fossile Energie für lokale Selbstversorgung.


Kim, Amy Jo: „Community Building“, Galileo Business, Bonn 2001
Amy Jo Kim beschreibt anhand ihrer umfangreichen und frühen Erfahrungen ausführlich Strategien für den Aufbau und die Organisation von Web Communities. Sie inspirierte mich, mir eine Internet basierte Zusammenarbeit bei der Evolution des Projektes vorzustellen.


Koestler, Arthur:“ Der göttliche Funken“, Scherz, München 1966
Arthur Koestler beschreibt in diesem Buch anhand vieler Wissenschaftler die Grundlagen wissenschaftlicher Kreativität. Dabei betonte er die „irrationalen“ Aspekte, das Zufällige, nicht planbare, die Bedeutung neuer Kombinationen von Ideen und Notwendigkeit einer intensiven Beschäftigung mit dem jeweiligen Thema.


Kuhn, Thomas:“ Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“, Suhrkamp, Frankfurt 1967
Thomas Kuhn beschrieb in seinem Buch “Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ wie krisenauslösende Probleme eines Fachgebietes eine fundamentale Veränderung seiner theoretischen Grundlagen erzwingen. Er nannte diesen Ablauf Paradigmenwechsel. Die Grenzen des Wachstums sind für mich Katastrophen unserer kulturellen Evolution, die nur durch einen Paradigmenwechsel und damit eine weitreichende Veränderung unseres heutigen Weltbildes bewältigt werden können.


Lalou, Frederic, „Reinventing Organisations, Vahlen 2013
Frederic Lalous Buch beschreibt eine an evolutionstheoretischen Prinzipien orientierte Betriebswirtschaft anhand vieler Unternehmen, die dies bereits erfolgreich praktizieren und damit die Potentiale ihrer Mitarbeiter optimal fördern. Das geplante internetbasierte Autorensystem sollte auch nach diesen Prinzipien organisiert werden.


Martin, Paul C.:“ Der Kapitalismus“, Langen-Müller / Herbig, München 1986
Paul C. Martin erklärte in “Der Kapitalismus, ein System das funktioniert” überzeu-gend, warum unsere Wirtschaftssysteme unbedingt wachsen müssen. Im Gegensatz zur herrschenden Lehre betrachtete er auch die schweren Wirtschaftskrisen, die wir seit der Antike immer wieder erleben. Sie beendeten meist völlig überraschend das Wirtschaftswachstum.


Macy, Joanna, „Die Wiederentdeckung der sinnlichen Erde“, Theseus Verlag 1994
Joanna Macy beschreibt hier ausführlich einige leider lange völlig vernachlässigten emotionalen und spirituellen Aspekte des neuen Weltbildes. Hierzu gehört die Bedeutung des Glaubens für die Realisierung von Visionen und die emotionale Verbindung zur Natur.


Meyer, Bertrand: „Objektorientierte Softwareentwicklung“, Hanser, München 1990
Bertrand Meyers Buch beeinflusste am Anfang stark meine Überlegungen, wie die Prinzipien der Evolution auf die Computerwelt übertragen werden können. Hierzu gehört die Vererbung der Eigenschaften von Informationsobjekten, die Reduktion von Komplexität und der Dualismus von Top down und Buttom up Strategien.


Mollison, Bill, “Permakultur konkret. Pala Verlag, 2005
Die Leitidee der Permakultur, an den jeweiligen Standort optimal angepasste künstliche Ökosysteme aus Pflanzen und Tieren zu schaffen wurde sehr schnell Teil meines Konzeptes. Permakulturprojekte benötigen keine fossile Energie und können, nachdem sie etabliert wurden, mit relativ wenig Arbeitsaufwand betrieben werden. Die Schaffung einer Landwirtschaft ohne fossile Energie ist ein zentrales Problem einer langfristig stabilen Weltgesellschaft. Diese könnte auch als „Permagesellschaft“ bezeichnet werden und organisiert ebenfalls Materiekreisläufe ohne fossile Energie.


Peck, M. Scott, Gemeinschaftsbildung, Eurotopia Verlag, Bandau 2007
Scott Peck beschreibt in seinem Buch „Gemeinschaftsbildung“ besonders eindrucksvoll wie die Probleme, die aus unserer Vereinzelung resultieren, durch gemeinschaftbildende Prozesse in Gruppen angegangen werden können.


Rifkin, Jeremy, „ Die empathische Zivilisation“ Fischer, 2012
Jeremy Rifkin beschreibt in diesem Buch recht eindrucksvoll die Verbindung von ökonomischer, technischer und geistiger Evolution von der Steinzeit über die antiken Hochkulturen bis in die heutige Zeit. Wichtige Schwerpunkte bilden dabei die die Empathie in diesen Epochen und welche Rolle die verfügbare Energie beim Aufstieg und Niedergang unserer Gesellschaftssysteme spielte. Am Ende fordert er als Konsequenz die Entwicklung eines biosphärischen Bewusstseins.


Sauer – Sachtleben, Monika, (hrgb.) “Kooperation mit der Evolution”, Eugen Dietrichs Verlag, München 1999
Dieses Buch enthält viele Konzepte und Ideen verschiedenster Autoren und Fachgebiete, das das Prinzip der Evolution zu erkennen und bewusst zu nutzen. Wichtige Themen sind z.B. Kooperation statt Konkurrenz, Kreativität und die Bedeutung spiritueller Lösungen.


Schmidbauer, Wolfgang, Raubbau an der Seele
Dieses Buch erklärt die emotionalen Hintergründe unserer Konsumzwänge und damit, warum wir trotz unseres historisch einmaligen Wohlstands nicht glücklich sind, und unser Leben immer anstrengender wird.


Spiegel, Peter, WeQ – More than IQ, Oekom Verlag 2015
Peter Spiegel bietet hier, zusammen mit anderen Autoren einen Überblick über die vielen verschiedenen Bereiche, in denen derzeit schon der Übergang von der individuellen zur kollektiven Intelligenz stattfindet und verschiedene Aspekte, die hierbei eine Rolle spielen.

Spiegel, Peter, WeQ Economy, Oekom Verlag 2019
Diese Buch beschreibt einige wichtige Fortschritte bei den von Peter Spiegel initiierten Projekten und des gesamten Bereichs der Forschung und Erprobung von Konzepten der gemeinsamen Arbeit an Projekten. Dabei sollen die Fähigkeiten der Teilnehmer bzw. Mitarbeiter optimal genutzt werden, um gemeinsame Werte zu finden und Ziele zu erreichen.

Vandana, Shiva, Erd – Demokratie
Das Buch bietet hier einen guten Überblick über die globalisierungskritischen Be-wegungen und ihre Erfolge .Sie steht damit vor allem für die Vision, die von der globalisierten Wirtschaft verursachten Fehlentwicklungen in den heutigen Entwicklungs- und Schwellenländern zu beseitigen und auch dort krisensichere Gesellschaftssysteme aufzubauen. Diese sollten der Bevölkerung durch angepasste lokale Anbaumethoden und das maximal stabil reproduzierbare Lebensqualität ermöglichen.


Vollmer, Gerhard: „Evolutionäre Erkenntnistheorie“, Hirzel, Stuttgart 1990
Gerhard Vollmers Buch evolutionäre Erkenntnistheorie war für mich der wichtigste Ausgangspunkt, mir eine Evolution neuronaler Information vorzustellen und die-sen Eckpfeiler des Konzeptes zu formulieren. Seine Theorie weißt damit auch auf die u.a. durch unsere Sinnesorgane vorgegebenen Grenzen unseres Erkenntnis-vermögens hin und könnte somit auch erklären warum wir den Grenzen des Wachstums hilflos gegenüber stehen.
Vollmer, Gerhard: „Im Lichte der Evolution“, Hirzel, Stuttgart 2017
In diesem Buch bietet Gerhard Vollmer einen besonders umfassenden, interdiszip-linären und kritischen Überblick über den Stand der Forschung in verschiedenen etablierten Fachgebieten, in denen über die Biologie hinaus evolutionstheoreti-sche Begriffe und Methoden angewendet werden.