In diesem Essay versuche ich, die beiden folgenden Fragen zu beantworten die sich aus dem obigen Text ergeben:
Wie organisieren wir mit unseren individuellen Gehirnen gemeinsame, auf Sprache, Schrift und Medien basierenden Informationswelten und unser gemeinsames Handeln?
Wie könnten wir die im obigen Essay beschriebene Analogie zwischen der Evolution und Selbstorganisation von Öko- und Wirtschaftssystemen erklären?
2.1. Wie konnten wir evolvierende, sich selbst organisierende Wirtschaftssysteme erfinden?
Wir wissen seit Darwin, dass wir evolvierende Lebewesen sind und es kann zudem schwer bestritten werden, dass unsere Geschichte, insbesondere die Entwicklung unserer Technologien von evolutiven Prozessen bestimmt wird. Trotzdem gibt es erstaunlich wenig Forschung zu der Frage, wie diese Evolution von unseren Gehirnen organisiert wird und wie sie sich in unserem Alltagsleben bemerkbar macht.
Mein Gedankenexperiment aus dem ersten Essay zeigte eine Analogie zwischen der Umweltanpassung der Natur und der Stadt. Die Letztere wird offenbar von den Gehirnen ihrer Bewohner verursacht. Die Umweltveränderungen beeinflussen das Kaufverhalten der Bewohner und verursachen damit steigende oder fallende Preise der angebotenen Technologien, Waren und Dienstleistungen. Die zuständigen Mitarbeiter der Unternehmen bemerken, dass sie höhere Preise durchsetzen können bzw. nur mit niedrigeren Preisen verkaufen können und reagieren darauf indem sie ihre Produktion erhöhen oder reduzieren.
Damit passen sie mit ihren Gehirnen ihr Unternehmen an die geänderten Bedürfnisse der zahlungsfähigen Nachfrage an und berücksichtigen dabei zudem Veränderungen der Preise für Rohstoffe, Vorprodukte, Maschinen und Löhne. Die Nachfrage bestimmt somit welche Häuser, Fahrzeuge, Geräte und Infrastrukturen wir nutzen, was wir konsumieren und somit unsere kulturelle Evolution.
Zur Erklärung der analogen Umweltanpassung der Natur und der Unternehmen bietet sich nach meiner Ansicht die Annahme an, dass unsere Gehirne evolvierende, sich selbst organisierende Systeme sind, die es uns ermöglichten analog funktionierende Wirtschaftssysteme zu erfinden. Diese Annahme möchte ich mit den folgenden Überlegungen konkretisieren, die sich nach meiner Ansicht als Ausgangspunkt für eine weiterführende Forschung eignen:
- Die biologische Evolution hat mit dem tierischen Gehirn ein zur Lebenszeit evolvierendes, sich selbst organisierendes Kommunikationssystem erfunden. dass aus Selbst- und Umweltwahrnehmungen externe und interne Reaktionen generiert, sie anhand ihrer Erfolge bewertet und ggf. verbessert. Dabei werden gezielt die Gehirnteile aktiviert, die gerade z.B. bei einem wichtigen Gespräch oder einer komplizierten Bewegung benötigt werden.
- Die in unseren Gehirnen evolvierenden, der DNA analogen Informationseinheiten sind Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleifen. Genauer gesagt gespeicherte, Modulen analoge Elemente, die spontan variiert, zu Schleifen kombiniert und ggf. erprobt werden. Sie sind abstrakt und virtuell solange sie nicht durch Kontraktion unserer Muskeln realisiert werden.
- Sie werden jedoch intern und als praktische Erfahrungen bewertet, wenn sie unser Verhalten in einer Situation bestimmen. Wenn wir andere Menschen nachahmen, ihnen zuhören oder ihre Texte lesen entstehen neue abstrakte Schleifen, die unsere Wahrnehmung möglicherweise mit neuen Handlungsmöglichkeiten verbinden.
- Diese neuen Schleifen verbessern, analog zur Biologie, unsere Fähigkeit zur Anpassung und Gestaltung unserer Umwelt. Daher halte ich es für gerechtfertigt, ihre Elemente neuronale Gene zu nennen und einen individuellen und einen gemeinsamen „neuronalen Genpool“ miteinander kommunizierender Menschen zu postulieren. Die Welt ist auch unberechenbar, weil unser auf individueller und gemeinsamer Vernetzung basierendes Verhalten nie sicher vorhergesagt werden kann.
- Mit unserer Sprache, unserer Schrift, dem Buchdruck und den elektronischen Medien haben wir größere gemeinsame Informationswelten erfunden. Sie ermöglichen es uns, mit unseren individuellen Gehirnen die heutigen sozialen, ökonomischen und politischen Systeme zu organisieren. Dabei haben wir das Prinzip der evolvierenden, sich selbst organisierenden Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleife auf unsere Gesellschaftssysteme übertragen. Dies wird im dritten, übernächsten Abschnitt beschrieben.
2.2. Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleifen in unseren Gehirnen
Wenn wir uns die in unserem Leben erworbenen Fähigkeiten analog zur biologischen Evolution vorstellen, müssen wir nach Prozessen suchen, die
- der Variation,
- der Rekombination und
- der Realisierung von Informationen durch die „Generierung“ von Phänotypen entsprechen.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die erfolgsabhängige Selektion dieser Phänotypen und damit die Verbesserung der Umweltanpassung, die wir als Lernen bezeichnen.
Stellen wir uns vor, wir sitzen mit Freunden im Freien, trinken eine Tasse Kaffee, hören im Hintergrund Musik, bewegen die Füße im Takt, sehen unserem Gegenüber in die Augen und freuen uns auf einen intimen Abend.
Gleichzeitige interne und externe Wahrnehmungen und Reaktionen
Unser Gehirn verarbeitet parallel viele Impulse, die von den Nerven unserer Sinnesorgane kommen. Es registriert unsere Stimmung, unsere internen Bedürfnisse und steuert mehrere hundert willkürliche Muskeln. Damit ermöglicht es uns z.B. automatisch gerade zu sitzen, den Kopf in einer bestimmten Position zu halten, zu sprechen, unsere Tasse zum Mund zu bewegen, die gewünschte Menge Kaffee zu trinken, ihn zu schmecken und die Tasse wieder hinzustellen, wenn wir glauben genug zu haben.
Dominante und rezessive neuronale Gene
Wenn wir unser Verhalten als Phänotyp unserer neuronalen Gene betrachten sind in der obigen Situation Diejenigen dominant, die gerade unsere internen und externen Wahrnehmungen interpretieren und unsere Bewegungen steuern. Das obige Beispiel zeigt, dass wir auch im entspannten Zustand parallel den Geschmack des Kaffees mit der Hand vor unserem Mund, das Gehör mit den Füßen und die Augen mit unseren Gefühlen für unseren Partner verbinden können. Die neuronalen Gene, die wir in anderen Bereichen z.B. am Arbeitsplatz oder im Auto selbstverständlich aktivieren sind gerade rezessiv, da sie nicht gebraucht werden.
Variation und Rekombination
Im Säuglingsalter lernen wir mit unseren Händen zu greifen, zu gehen, den Körper und den Kopf zu drehen und andere elementare Bewegungen. Diese werden jedoch in der Regel nicht automatisiert durchgeführt, sondern an die aktuelle Situation angepasst. Hierzu müssen Informationen zu der Position unserer Glieder mit der Wahrnehmung unserer Augen kombiniert werden. Wir könnten dies als schnelle, von der Wahrnehmung geführte, evolutive Abfolge erlernter Bewegungen bezeichnen, mit denen wir uns an unsere aktuelle Umwelt anpassen.
Unser Gehirn erzeugt in einer gegebenen Situation spontan Kombinationen erprobter neuronaler Gene, die es uns ermöglichen mit unseren Muskeln nacheinander verschiedene Teilziele und Endziele erreichen. So bewegen wir die Hand zur Kaffeetasse, gehen mit unserem Finger durch den Henkel, bewegen sie zum Mund und kippen ihren Inhalt über unsere Lippen.
Mit viel Lernaufwand können wir zudem sehr komplexe, spezielle und Millimeter genaue Bewegungen ausführen, z.B. beim Gitarrenspielen. Unser Gehirn kann offenbar auch, ohne äußere Wahrnehmung und Reaktionen, durch Nachdenken oder Träumen evolvieren, neue Ziele und Bewegungsabläufe entwickeln und uns damit auf erwartete Situationen vorbereiten.
Bewertung des Erfolges
Die Aufgabe unseres Gehirns besteht darin, unsere Körperfunktionen zu steuern und unsere Selbsterhaltung und Fortpflanzung sicherzustellen. Es ist das für unsere Umweltanpassung und -gestaltung „zuständige“ Organ. Zusätzlich zu unserer biologisch vorgegeben Notwendigkeit uns zu ernähren und zu verteidigen und zu unseren sexuellen Bedürfnissen entstanden im Gefolge unserer kulturelle Evolution weitere die Selbsterhaltung sichernde Bedürfnisse wie Wohnung, Kleidung und medizinische Versorgung.
Die Befriedigung dieser und anderer nicht materieller Bedürfnisse erleben wir als Erfolge, als Erreichen unserer Ziele bzw. unserer angestrebten Zielzustände. Können wir sie als Attraktoren betrachten, zu denen wir hin evolvieren?
Sie müssten hierzu auch in unserem Kopf als Informationen repräsentiert sein, die das Ziel unserer Bewegungen bestimmen und es uns ermöglichen unser Handeln als Erfolg oder Misserfolg einzuschätzen. Bei Letzterem kann die Wahrnehmung präzisiert bzw. aktualisiert, eine neue Kombination von Bewegungen erprobt oder ein anderes Ziel angestrebt werden. Neue erfolgreiche Schleifen erweitern unser neuronales Genom und damit unsere Fähigkeiten, Andere zerfallen, da sie nicht erfolgreich waren oder lange nicht gebraucht wurden.
Die Entstehung und Ausbreitung neuronaler Gene
Neuronale Gene, die sich durch Nachahmung und mündliche oder schriftliche Anleitungen in unserer sozialen und medialen Umwelt ausbreiten, werden Meme genannt. Sie entstehen aus der genetisch vorgegebenen Vernetzung unserer Gehirne durch Nachahmung unserer Eltern und Mitmenschen und durch die Auswertung von sprachlichen Informationen. Der technische Fortschritt ermöglichte zudem ihre „Fortpflanzung“ durch Bücher, Zeitungen und elektronische Medien.
Unsere individuelle geistige Evolution beginnt nach unserer Geburt mit kurzen, zuerst ungezielten Bewegungen. Durch Selbstwahrnehmung und durch die Nachahmung unserer Eltern lernen wir von uns gewünschte Ziele durch Muskelkontraktionen zu erreichen, z.B. Gegenstände zu umfassen und zu bewegen. Wir registrieren, was unsere Eltern und andere Mitmenschen sehen, hören, fühlen und tun, erraten ihre Ziele und sehen ob sie erreicht wurden. Die Spiegelneuronen ermöglichen uns ihr Verhalten in vergleichbaren Situationen zu kopieren und die analogen Ziele durch eigene Muskelbewegungen zu erreichen.
Durch Wiederholungen entstehen automatisierte Fähigkeiten. Stark dominierende und automatisierte Schleifen, die in Alltagssituationen zuerst erprobt werden nennen wir Gewohnheiten. Beim Denken kombinieren wir verschiedene Wahrnehmungen und mögliche Ziele mit der Selbstwahrnehmung unserer Fähigkeiten auf abstrakten Ebenen und entscheiden uns für eine Handlung, die wir motorisch realisieren. Die Kombination verschiedene Handbewegungen ermöglicht es uns nacheinander Ziele zu erreichen, die weit in der Zukunft liegen können.
Für diese Prozesse wird eine oberste Instanz benötigt, die die Prioritäten der Ziele bestimmt und die verschiedenen Schleifen startet, kontrolliert und anhält. Dies gilt auch für reine „Denkschleifen“, die uns beschäftigen und gerade nicht realisiert werden können. In unserem obigen Beispiel könnte diese Instanz der Vorfreude auf den Abend Vorrang geben, eine Suche nach den richtigen, zu unserem Blick und Vorhaben passenden Worten initiieren und die „Schleifen“ Kaffee trinken und zur Musik bewegen stoppen.
2.3. Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleifen in Unternehmen und Institutionen
Im ersten Abschnitt habe ich postuliert, dass das Prinzip der evolvierenden, sich selbst organisierenden Wahrnehmungs- Reaktionsrückkopplungsschleife auf unsere Gesellschaftssysteme übertragen werden kann. Daraus ergibt sich die Frage, ob und wie wir solche Schleifen auch im Makrokosmos, in der Politik, in unseren Unternehmen und in anderen sozialen Systemen beschreiben können.
Das Ziel der Arbeitsteilung besteht darin, unsere individuellen und gemeinsamen Bedürfnisse wesentlich besser zu befriedigen als wir dies alleine, bzw. im Rahmen unserer Familie könnten. Hierzu bilden wir mit unseren Gehirnen z.T. sehr große, spezialisierte, politische und ökonomische Systeme. Wie können wir die obigen Begriffe auf unsere Unternehmen und Institutionen anwenden?
Dominante und rezessive „neuronale Gene“
Alle anwesenden Mitarbeiter eines Unternehmens haben ihr für den Arbeitsplatz zuständiges neuronales bzw. geistiges „Genom“ aktiviert. Es gibt aktuell dominante Gene bzw. Schleifen, die bei der Arbeit gerade u.a. durch Handbewegungen realisiert werden. Nach Feierabend dominieren andere Schleifen, es sei denn, es werden Probleme mit nach Hause genommen.
Die Unternehmensführung entspricht dabei funktionell dem Gehirn und Nervensystem, da sie mit ihren aktiven neuronalen Genen die Anpassung des Unternehmens an die aktuelle Situation organisiert. Damit bestimmt sie die Arbeitsbedingungen, die Arbeiten, die Zeit in der sie erreicht werden soll, die Arbeitsteilung und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Die vielen individuellen Rückkopplungsschleifen der Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen bündeln sich damit zu gemeinsamen großen Schleifen, die die Wahrnehmung und das Verhalten des Unternehmens in seiner Umwelt „generieren“.
Variation und Rekombination
Die Arbeitsteilung erfordert eine Spezialisierung auf gezielt erlernte Fähigkeiten und darüber hinaus eine individuelle, evolutive Anpassung der Mitarbeiter an die aktuelle Situation an ihrem Arbeitsplatz. Dies gilt auch für Veränderungen durch neue Maschinen und Produkte. Ihre Einführung erfordert es neue, von der Wahrnehmung geführte Bewegungsabläufe zu entwickeln.
Wahrnehmung der Umwelt
Analog zu einem Lebewesen müssen auch Unternehmen kontinuierlich ihre Umwelt wahrnehmen. Was benötigen sie für ihre Existenz bzw. müssen sie wissen, um sich selbst zu erhalten? Hierzu gehört die Verfügbarkeit der benötigten Produktionsfaktoren (Vorprodukte, Maschinen, Kapital und Arbeitskräfte), die Wünsche der Konsumenten und die Beobachtung der Konkurrenz und der politischen Rahmenbedingungen.
Selbstwahrnehmung
Beispiele hierfür sind die Fähigkeiten und Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter, die finanzielle Situation, die Auslastung der Kapazitäten und die Funktion der Maschinen. Störungen der Abläufe und drohende Ausfällte von Funktionen müssen rechtzeitig erkannt und die Verantwortlichen informiert werden. Dies entspricht der Wahrnehmung des Körpers durch unser Gehirn.
Zielzustände
Ausgehend von der Selbst und Umweltwahrnehmung des Ist Zustands muss die Unternehmensführung natürlich auch Zielzustände wie Menge und Qualität der Produkte, Belieferung der Märkte und die angestrebten Gewinne definieren.
Interne Reaktionen
Hierzu gehören neben den genannten Reaktionen auf mögliche Störungen u.a. die Organisation und Finanzierung der Produktion, Lohnzahlungen und die Motivation der Mitarbeiter.
Externe Reaktionen
Die Beschaffung von Vorprodukten und Maschinen, die Einstellung von Mitarbeitern, die Werbung, der Verkauf der Produkte und ggf. die Entsorgung von Abfällen ermöglichen die Existenz des Unternehmens, verändern dabei natürlich auch seine Umwelt.
Selektion durch die Umwelt
Die Kunden eines Unternehmens bilden seine selektierende Umwelt, da sie mit ihrer Nachfrage über seinen Erfolg und Misserfolg entscheiden. Analog zu unserem Gehirn gibt es natürlich auch eine kontinuierliche Wahrnehmung des Unterschiedes zwischen den Ist- und den angestrebten Zielzuständen. Die Geschäftsführung muss aus ihren Erfolgen und Misserfolgen die richtigen Schlüsse ziehen und nach innen und außen gezielt reagieren. Unternehmen „sterben“, wenn sie längere Zeit nicht kostendeckend produzieren.
Politische Institutionen
Wir können die obigen Begriffe auch auf unsere politischen Institutionen anwenden. Sie sind gemeinsame, Steuer finanzierte Dienstleistungsunternehmen, die mit ihren Gesetzen Regeln unseres Zusammenlebens bestimmen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Einhaltung sicherstellen. Staatliches Handeln und die Veränderungen unserer Gesetze haben in den modernen Demokratien das Ziel ihre Existenz zu legitimieren indem sie die Lebensqualität ihrer Bürger u.a. durch Wirtschaftswachstum verbessern.
Da wir allmählich die Grenzen dieses Wachstums erreichen funktioniert dies heute immer schlechter. Können wir die aktuellen Krisen besser lösen, wenn wir unsere Verfassungen und Gesetze als historisch entstandene, gemeinsame Genome betrachten? Diese Selbstwahrnehmung wäre ein Ausgangspunkt zur kontinuierlichen Entwicklung einer auf allen politischen Ebenen bewusst evolvierenden Weltgesellschaft.
Eine weitere Analogie zwischen unserem Körper, unseren Unternehmern und politischen Institutionen.
Unsere DNA codiert elementare Strukturen unserer Zellen, z.B. ihre Organellen und ihre Oberfläche, aber auch die makroskopische Struktur unseres Körpers und seiner Organe wie Knochen, Gehirn und Verdauung. Analog bestimmen unsere Gehirne nicht nur unser individuelles, privates Verhalten. Sie realisieren auch unser Verhalten als spezialisierte Teilsysteme in unserem Beruf und in der Politik und bestimmen, wie wir die Gesetze unseres Landes einhalten bzw. auf ihrer Einhaltung bestehen.
Die Verbindung von Hirnforschung und Evolutionstheorie
Für das Konzept der evolvierenden, sich selbst organisierenden Wahrnehmungs-Reaktionsrückkopplungsschleife ist die konstruktivistischen Lerntheorie, besonders interessant. Sie wird auch in der Hirnforschung angewendet und besagt, dass Menschen ihre eigene Realität durch individuelle Erfahrungen und Interpretationen der Welt konstruieren. Unsere Wahrnehmung ist subjektiv und wird durch persönliche, soziale und kulturelle Faktoren geprägt. Da unsere Lebenserfahrungen unser Denken bestimmen können wir auch davon ausgehen, dass in unseren Köpfen verschiedene individuelle Weltbilder evolvieren. Diese Evolution basiert auf der Kommunikation mit unseren Mitmenschen und dem Lernen durch analoge Erfahrungen in einer gemeinsamen Umwelt. Der Stand der Forschung zu diesen Überlegungen könnte u.a. anhand der folgenden Fragen eingeschätzt werden:
- Basiert die Komplexitätsentwicklung vielzelliger Lebewesen bei ihrer Ontogenese und die unseres Gehirns nach der Geburt auf dem gleichen Grundprinzip?
Google Übersicht mit KI 3.5.:
Ja, die Komplexitätsentwicklung vielzelliger Lebewesen während der Embryogenese und die Entwicklung des menschlichen Gehirns nach der Geburt basieren auf grundlegenden Prinzipien der Selbstorganisation, unterscheiden sich jedoch in ihren spezifischen Treibern. [1, 2, 3]
- Gibt es Experimente und / oder Einwände, die eine Betrachtung unseres Gehirns als evolvierendes, sich selbst organisierendes System infrage stellen?
- Ist es sinnvoll, einen der Biodiversität analogen Begriff der „neuronalen Diversität“ einzuführen, der das Potential eines Menschen beschreibt, in verschiedenen Umwelten gezielt zu reagieren bzw. sie nach seinen Wünschen zu gestalten?
- Kann Potentialentfaltung somit bei Individuen, Gruppen und Gesellschaftssystemen als Vergrößerung dieser neuronalen Diversität definiert werden?